Abends auf Kohlenhydrate verzichten?

Abends auf Kohlenhydrate verzichten?

© Essen ohne Kohlenhydrate

Low-Carb Diäten sind in aller Munde. Alle schlanken Stars sprechen davon und empfehlen eine Low-Carb Ernährung. Seit „Low-Carb“ bei uns populär geworden ist und immer mehr Anhänger findet, existiert auch der Mythos, dass Kohlenhydrate auf gar keinen Fall gegen Tagesende verzehrt werden sollten. „Am besten ganz weglassen“, „Beim Salat auf keinen Fall Brot dazu!“ Bei den Carbs zu sparen steht hoch im Trend. Dazu haben wir euch hier 4 Wahrheiten zu 4 Mythen rund um das Thema „Abends keine Kohlenhydrate!“:

Kohlenhydate nach 18 Uhr machen dick?!

Dieser Quatsch geistert durch jedes Diät-Forum da draußen. Wo dieses Gerücht herkommt, weiß keiner so genau. Zumindest ist dieses Gerücht, so wie es von fast allen verstanden wird, kompletter Mist. Was ist daran wahr? Eine kohlenhydratreiche Mahlzeit hat nicht die gleichen Auswirkungen auf die körperlichen Prozesse wie eine Mahlzeit komplett ohne Kohlenhydrate. Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit steigt der Insulinspiegel an, was die Fettverbrennung kurzzeitig hemmt. Das ist aber völlig normal. Etwas unverständlich, wie daraus ein Mythos entstehen kann, dass Kohlenhydrate welche Abends gegessen werden dick machen. Unser Körper verbrennt rund um die Uhr alle Nährstoffe, egal ob Fett, Eiweiß oder Kohlenhydrate. Auch im Schlaf. Wahr ist, dass ein Verzehr von mehr Eiweiß zu Gunsten eines Verzichtes auf Kohlenhydrate am Abend erstens sättigender ist, und zweitens Fett während der Nacht noch besser verbrannt werden kann. Eine Portion Nudeln am Abend wandern nur dann auf die Hüften, wenn der Gesamtumsatz an Kalorien dadurch überschritten wird und nicht weil es die Pasta zum Abend- statt zum Mittagessen gibt.

 

Je weniger Kohlenhydrate ich esse, desto mehr und besser nehme ich ab?!

„Einen gemischten Salat bitte, aber auf keinen Fall das Brot dazu!“, laut der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollen wir unseren täglichen Bedarf an an Nahrung zu knapp 50% aus Brot, Kartoffeln, Reis oder Pasta (also Kohlenhydraten) beziehen. Es ist kein Problem, wenn wir weniger davon verzehren. Dennoch sollte man die fehlenden Ballaststoffe und vor allem die wichtigen Vitamine dann aus anderen alternativen Quellen beziehen. Langzeitstudien haben gezeigt, dass bei einer Low-Carb Ernährung in vielen Fällen während der Diät überdurchschnittlich mehr Fett verzehrt wird als davor. Fazit: Ein strickter Verzicht auf Kohlenhydrate heißt noch lange nicht, dass die Pfunde purzeln. Nicht umsonst, führen auch Low-Fat Diäten zum Abnehmerfolg. Entscheidend zum Abnehmen ist das Kaloriendefizit – völlig egal ob durch Low-Carb oder Low-Fat oder andere Diäten.

Viele kleine Mahlzeiten sind besser um den Stoffwechsel in Gang zu halten?!

Nachdem man etwas gegessen hat, steigt die metabolische Aktivität des menschlichen Körpers – sprich: die Stoffwechselaktivität steigt an. Paradoxerweise bedeutet das, dass der Körper Energie verwendet, um die aufgenommene Mahlzeit in neue Energie umzuwandeln. Diesen Kreislauf nennt man den „Thermic Effect of Food“ (TEF). Logischerweise wird dieser Effekt davon beeinflusst ob wir zum Beispiel 6 Mahlzeiten an einem Tag essen, oder nur 3. Natürlich angenommen, dass die Gesamtkalorienmenge aller Mahlzeiten (egal ob 3 oder 6) zusammen die gleiche ist. Jedoch ist die vom Körper aufgewendete Energie in beiden Fällen am Ende des Tages komplett identisch. Und das ist entscheidend. Der Körper kann nicht ausgetrickst werden mehr Kalorien zu verbrennen, indem man die gleiche Menge an Kalorien auf mehrere Mahlzeiten verteilt. Eine sehr detaillierte Studie zu diesem Thema, kam zu folgendem Ergebnis:

“Studies using whole-body calorimetry and doubly-labelled water to assess total 24 h energy expenditure find no difference between nibbling and gorging.”

Es ist also völlig egal, wie viele Mahlzeiten zu sich genommen werden.
Die Studie zum Nachlesen gibt es hier: Klick.

 

Kohlenhydrate sind nicht gut für die Gesundheit?!

Ob wir viele oder wenige Kohlenhydrate essen, ist in puncto Gesundheit ziemlich egal. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Kohlenhydrat-Richtlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die unzählige Studien zu diesem Thema ausgewertet hat. Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes: „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Menge der Kohlenhydrate, die wir essen, und dem Risiko für diese Wohlstandserkrankungen“, so das Fazit von Professor Hans Hauner. Statt zu grübeln, ob wir zu viele Kohlenhydrate essen, sollten wir darauf achten, welche es sind. Fruchtsaft und Limonade? Hier ist Geiz angesagt: Die süßen Getränke treiben den Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe, sättigen nicht und liefern jede Menge Kalorien. Sie können sogar das Diabetes-Risiko erhöhen, zeigen aktuelle Studien. Andererseits sollten wir öfter Vollkornprodukte essen: viele komplexe Kohlenhydrate, die der Körper langsam aufspaltet, und wertvolle Ballaststoffe.

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

Benachrichtige mich zu:
avatar

wpDiscuz